3 Apr.
Wochenbericht von OB Hofmann-Göttig: Montag 28.03. bis Sonntag 03.04.2011
Posted in Tagebuch/Wochenberichte by joho Keine KommentareSamstag 2. April
Vormittags geht es nach Urlaubsrückkehr am Abend zuvor ins Rathaus. Bald zwei Meter Akten warten auf Erledigung. Dazu kommen viele Emails und die Terminvorbereitungen. Für mich ist es wichtig, dass ich alles bis Montag durchgearbeitet habe, damit ich auf dem Laufenden bin.
So schaffe ich es noch rechtzeitig zum Anpfiff zum TuS-Spiel gegen Spitzenreiter Braunschweig. Die erste Halbzeit ist wirklich sehenswert. Zweimal stehen unsere Jungs allein vor dem Keeper und scheitern leider in beiden Fällen an ihm. Aber es ist ein Spiel auf Augenhöhe. In der zweiten Hälfte allerdings zeigen sich die Gegner abgebrüht. Zwei mal stehen sie vor unserem Tor und zweimal tun sie ihn rein. Ärgerlich. Aber das ist halt der Unterschied zum Tabellenersten. Trotzdem: Ein sehenswertes Spiel.
Leider muss ich mich sputen, dass ich weiter komme, denn ich habe zum ökumenischen Gottesdienst in der Florinskirche zugesagt, der anlässlich der „Tage der Chor- und Orchestermusik“ dieses Wochenende in Koblenz stattfindet. Dechant Vogt und Superintendent Stahl richten einen wunderbaren Gottesdienst mit viel Musik aus. Die Kirche ist gut voll und es entsteht eine schöne Stimmung – eine weitere gute Werbemaßnahme für die christlichen Kirchen in Koblenz.
Vorzeitig muss ich den Gottesdienst verlassen, weil ich um 18 Uhr selbst Gastgeber eines Empfangs für die Verantwortlichen der Großveranstaltung im historischen Rathaussaal bin. In meiner Grußadresse stelle ich den Wert der Musik für uns Menschen heraus und schildere die Dichte des musikalischen Engagements in unserer Stadt mit 80 Chören und 30 Orchestern. Die Veranstaltung wird musikalisch umrahmt von vier Mädchen im Alter von acht bis zwölf Jahren der Musikschule Koblenz, die uns als Harfen-Quartett sehr beeindrucken.
Nach dem Empfang tauchen wir in die „Nacht der Musik“ ein, besuchen Chor- und Orchester-Präsentationen im Görreshaus, in der Liebfrauenkirche, in der Florinskirche und im Palais. Die Veranstaltungen sind alle auf höchstem Niveau und sehr gut besucht. In der Florinskirche schafft es der Chorleiter, die mit Menschen volle Kirche zum lebhaften Mitsingen zu bewegen. Ein emotional anrührendes Erlebnis. Die Stadt ist bei diesem ersten wunderbaren warmen Abend voller Menschen. Überall kann man bis spät in die Nacht hinein noch draußen sitzen. Unsere Gäste aus ganz Deutschland sind fasziniert von der Altstadt und dem pulsierenden Kneipenleben. Koblenz zeigt sich von seiner besten Seite. Sehr viele Koblenzer und Koblenzerinnen sind wie ich ein bisschen Stolz auf unsere so schöne Stadt …
Sonntag 4. April
Es geht für einen Sonntag recht früh los, denn wir erwarten den Bundespräsidenten Christian Wulff in unserer Stadt. Das Stadttheater bietet den Rahmen für die feierliche Verleihung des Zelter-Preises und der Pro Musica-Plaketten an jeweils einen bundesdeutschen Chor und ein Orchester, das mindestens 100 Jahre lebendig geblieben ist – stellvertretend für alle, in gleicher Weise in Chören und Orchestern Engagierte. Der Bundespräsident hält eine Rede, in dem er den Stellenwert von Musik unterstreicht. Kulturministerin Ahnen unterstreicht die Musikkultur im Land Rheinland-Pfalz und ich nutze die Gelegenheit für eine „Vorwerbung“ für die BuGa angesichts der vielen hundert Gäste aus der Ferne.
Nach der offiziellen Veranstaltung geht es zu Fuß vom Theater durch die Innenstadt. Am Görresplatz erläutere ich dem Bundespräsidenten die „Historiensäule“, dann geht es weiter über den Jesuitenplatz ins Historische Rathaus, wo sich der Bundespräsident ins Goldene Buch der Stadt einträgt. Wir empfangen unsere Gäste, darunter auch Julia Klöckner, im Rathaussaal zu einem Festmenue, das von „Da Vinci“ aus gestaltet wird. Doris Ahnen und ich rahmen den Bundespräsidenten ein, so dass wir auch Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen haben, über die ich hier nicht weiter berichten kann.
Als es Zeit wird zum Aufbruch, wartet auf dem Jesuitenplatz eine Menschenmenge auf den Bundespräsidenten. Er nimmt sich noch ein paar Minuten Zeit für ein „Bad in der Menge“, fühlt sich dabei sichtlich wohl. In solchen Situationen spürt man seine Vorerfahrung als niedersächsischer Ministerpräsident.
Als er schließlich losfährt und wir uns herzlich verabschiedet haben, sage ich mir: Es ist eigentlich schade, dass wir wegen unserer schlechten Erfahrungen in der Weimarer Republik den Bundespräsidenten nicht direkt durch das Volk wählen können. Ich würde dem amtierenden Bundespräsidenten gern, ohne Einschränkungen meine Stimme gegeben haben.
Nach der Verabschiedung geht es wieder hoch in den Rathaussaal, um mich den verbliebenen Gästen zu widmen. Allseits gute Stimmung.
Zwei weitere Höhepunkte stehen noch auf dem Programm: Am Spätnachmittag eröffne ich im Haus Metternich eine Ausstellung mit Bildern von Künstlern aus unserer britischen Partnerstadt Norwich. In meinem Grußwort skizziere ich kurz die Geschichte der Partnerschaft seit 1978 und stelle dabei die besonders erfreuliche Tatsache heraus, dass es drei Schulpartnerschaften gibt, die dieser Städtepartnerschaft auch eine jugendliche Basis geben.
Dann geht es weiter in unser Schloss, das wir heute mit einem offiziellen Festakt eröffnen. Es sind viele Ratsmitglieder unter den Ehrengästen und auch mein Amtsvorgänger. In meiner Ansprache stelle ich den früheren Zustand des Schlosses heraus und beschreibe die nun eingetretenen nachhaltigen Veränderungen. Das gilt für den Schlossvorplatz mit den Kinderspielplätzen, dem Lenné-Garten mit den Durchbrüchen zum Rhein und den Schlosstreppen. Vor allem aber die Tatsache, dass wir als Stadt nun den Mittelteil für repräsentative Zwecke nutzen können , darunter eine Vinothek der Koblenzer Winzerschaft und einer hoch professionellen Gastronomie. Im Zusammenhang mit der Rhein-Mosel-Halle wird damit der Tagungsstadt Koblenz ein ganz eigenes Profil gegeben. Koblenz Touristik Chef Bert Flöck führt uns im Anschluss durch das Schloss. Ich sehe ganz überwiegend hohe Zufriedenheit mit dem Werk. Es ist schön, nun täglich mitgestalten zu können, Schritt für Schritt den Vorhang zur BuGa Eröffnung am 15. April zu öffnen …
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Foto: G. Juraschek/Stadt Koblenz
Eintragung ins Goldene Buch der Stadt Koblenz
Fotos: Pascal Badziong
Bundespräsident Christian Wulff im Koblenzer Theater beim Festakt: Feierliche Verleihung des Zelter-Preises und der Pro Musica-Plaketten
Mit Fotos



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