Mit Fotos

Auch diese ganze Woche ist “zwischendurch” geprägt von den Szenarien um die Bombenfunde, die Evakuierungsmaßnahmen und die Entschärfung der Bomben am Sonntag 4.12.2011.

Montag 28. November
Nach der Presselage gratuliere ich sieben Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen zur Beförderung. Dann leite ich die Stadtvorstandssitzung, in der wir heute die Haushaltsvorbereitungen 2012 abschließen.
Am Nachmittag gibt es ein Vorgespräch zu unseren Wasserwerken. Dann leite ich die Ältestenratssitzung und nehme anschließend kurz an der Sitzung der SPD-Ratsfraktion teil.
Dann geht es zu einem Privatbesuch mit dem Mainzer Künstler Dorel Dobocan.

Dienstag 29. November
Nach der Planungsrunde und internen Rücksprachen informiere ich den Vorsitzenden der Haushaltsstrukturkommission Manfred Graulich über die Beschlüsse des Stadtvorstandes  zum Haushalt am Vortag.
Sodann werde ich im Technologiezentrum beim Aufsichtsrat erwartet. Von dort aus fahre ich nach Vallendar, um die Gesellschafterversammlung der KVG zu leiten.
Danach geht es in das Forstamt auf dem Oberwerth, um an einer Spendenscheck-Übergabe des Forstamts an die Kinderkrebsstation Kemperhof und an das Seraphische Liebeswerk, Arenberg  mitzuwirken.
Zurück im Rathaus gibt es wieder interne Rücksprachen, darunter ein Vorgespräch zur Aufsichtsratssitzung der KEVAG. Dem schließt sich ein Mediengespräch an; dann erledige ich mehrere Stunden meine eingetroffenen Akten.

Mittwoch 30. November
Nach meiner täglichen Routinerunde haben wir ein Vorgespräch mit den Vertretern der Stadt in der GmbH Romantischer Rhein. Wir kommen überein, mit Koblenz Touristik anstelle der GmbH künftig die Trägerschaft für das Mittelrhein Musik Festival zu übernehmen. So wird das dann auch in der sich anschließenden Aufsichtsratssitzung und Gesellschafterversammlung einstimmig beschlossen. Der Beschluss steht noch unter Zustimmungsvorbehalt des Werkausschusses Koblenz Touristik des Stadtrats.
Nach internen Rücksprachen, u.a. mit dem Kulturdezernenten, treffen wir uns zum Gedankenaustausch mit den Repräsentanten der christlichen Kirchen in Koblenz, darunter Superintendent Stahl und Pfarrer Kusche. Für mich das wichtigste Ergebnis: Wir wollen den interreligiösen Dialog fortführen.
Sodann leite ich die Sitzung des Wirtschaftsförderausschusses des Stadtrats.
In die Veranstaltung im Rathaus 100 Jahre Sonderpädagogik kann ich aus Zeitgründen nur mal „den Kopf rein halten“, denn es geht weiter nach Lützel, wo ich seit langem zugesagt hatte, am Gottesdienst der Neuapostolischen Kirche teilzunehmen.
 
Donnerstag  1. Dezember
Nach der Planungsrunde habe ich unseren BuGa Jour fixe, wo es vor allem um Abrechnungsfragen geht.
Offiziell gratuliere ich daraufhin in der SGB, in der Innenminister Roger Lewentz drei Ehrenamtliche auszeichnet, dem auch ausgezeichneten Koblenzer Jürgen Frensch.
Danach geht es ins Bürgeramt, wo wir das zehnjährige Jubiläum in einer kurzen Feierstunde begehen.
Sodann geht es weiter in die Fischelpassage, wo ich demonstrativ an der Sammelaktion zugunsten der AIDS-Hilfe teilnehme.
Es geht weiter zur C&A, wo ich bei der Scheckübergabe zugunsten der AIDS-Hilfe teil zu nehmen, zugesagt hatte
Zurück im Rathaus stehen wieder interne Termine an, darunter auch das Vierteljahresgespräch mit unserem Personalrat, in dem im Mittelpunkt das Thema Haushalt steht.
In der Folge leite ich im Weindorf die Sitzung des Werkausschusses Koblenz Tourismus des Stadtrats, in der heute über vier Stunden diskutiert wird. An der anschließenden Besichtigung der Rhein-Mosel-Halle kann ich aus Zeitgründen nicht teilnehmen, weil ich dringend im Rathaus meine Tagesakten zu erledigen habe.

Freitag 2. Dezember
Nach der Presserunde haben wir ein Vorgespräch mit EVM-Chef Josef Rönz.
Dem schließt sich der Jour fixe zum Zentralplatz an. Die gute Nachricht: Wir sind weiterhin im Zeit- und Budgetplan.
Dann geht es zu einem Gespräch mit dem Leiter der Wirtschaftsabteilung der russischen Botschaft Prof. Andrey Zverev über künftige Wirtschaftsbeziehungen.
Und weiter führt mich der Weg ins GVZ an der A 61, um die Industriehalle der Firma Brühl Stahlbau zu eröffnen.
Im Pressezentrum in der BuGa Geschäftsstelle haben wir in der Folge eine bundesweit besuchte Pressekonferenz zur bevorstehenden Evakuierung wegen der Bombenfunde und der Bombenentschärfungspläne. Die Spannung ist „bundesweit spürbar“.
Zurück im Büro unterzeichne ich beim Notar eine Vertragsänderung der Sporthallen GmbH und im Ratssaal begrüße ich eine Fachkonferenz zum „Bau- und Energienetzwerk Mittelrhein“.
Dann geht es nach Metternich ins Fährhaus am Stausee, um die Gesellschafterversammlung der Aufbaugesellschaft zu leiten.
An dem anschließenden Essen nehme ich nicht teil, weil ich endlich zur täglichen Aktenarbeit zurück ins Rathaus muss.

Samstag 3. Dezember
Mit meinem Motorroller fahre ich nach Pfaffendorf zur Evangelischen Kirche, die wir nach zehnjähriger Schließung in einem Festakt wieder eröffnen können. Ich halte gern mein Grußwort, weil ich an der Finanzierung der Baumaßnahme noch als Kulturstaatssekretär Anteil genommen hatte.
Anschließend such ich den Bombenfundort auf und überzeuge mich vom Stand der Vorbereitungen der sonntäglichen Entschärfungsaktion.
Zurück auf dem Oberwerth habe ich mit einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung ein Personalgespräch.
Am frühen Abend werde ich in Metternich zu einem Grußwort in der Pfarrkirche St. Johannes bei der Benefizveranstaltung der Caritas zugunsten der Behindertenhilfe erwartet.

Sonntag 4. Dezember (“Bombentag”)
Dieser Sonntag geht in die Geschichte unserer Stadt ein. Das ist sicher: 45.000 zu evakuierende Koblenzer/-innen. Die größte Aktion dieser Art in unserer Stadtgeschichte. Das hat auch überregional zu einer sehr breiten Aufmerksamkeit geführt. In den letzten Tagen war Koblenz Gegenstand der Berichterstattung in sämtlichen Nachrichten. Für mich ist das nicht nur eine dienstliche Angelegenheit als OB. Als Oberwerther Bürger bin ich mit meiner Familie unmittelbar betroffen. Unser Wohnhaus befindet sich etwa 700 Meter Luftlinie von der 1,8 Tonnen-Bombe entfernt.
Kurz nach 7.00 Uhr kommen die Lautsprecherwagen der helfenden Bundeswehr durch die Straßen von Oberwerth. Wir sind wieder einmal beeindruckt, wie sensibel Hunde mit Unvorhergesehenem umgehen. Jedenfalls schlagen sie sehr aufgeregt an und beruhigen sich auch nicht auf der kurzen Fahrt zu unserem Evakuierungsort.
Dann geht es zum „Pressezentrum Luftmine“, das in der BuGa-Geschäftsstelle eingerichtet ist. Mit zwei Bussen starten wir zu unserer Info-Rundfahrt über die Hayesche Stiftung auf der Karthause, wo wir die letzten Evakuierungsmaßnahmen im Altenheim verfolgen können. Auf der Pfaffendorfer Brücke können wir die letzten Vorbereitungen des Kampfmittelräumdienstes (KMRD) aus sicherer Entfernung verfolgen. Am Hauptbahnhof besuchen wir den Einsatzabschnitt Mitte. Wir können uns davon überzeugen, dass die Evakuierung absolut planmäßig verläuft. Die Koblenzer Bürgerinnen und Bürger „ziehen toll mit“.
Wir fahren nochmal hoch auf die Karthause ins Schulzentrum und besuchen eine „Auffangstelle“. Dort erleben wir eine große Überraschung: Für 45.000 zu Evakuierende hatten wir 12.000 Plätze in Auffangstellen eingerichtet. Aber nur 500 wurden tatsächlich nachgefragt. Offensichtlich haben die meisten Koblenzer und Koblenzerinnen wegen der langen Vorwarnzeit eigene Ausflüge geplant. Sehr erfreulich. Wir fahren noch zum Debeka-Parkplatz, auf dem die ca. 250 Einsatzfahrzeuge des Deutschen Roten Kreuzes nach erfolgreichen Transportfahrten auf Bereitschaft stehen.
Von dort aus geht es für Bürgermeisterin Hammes-Rosenstein und mich in die „Leitstelle“ zur Berufsfeuerwehr in Rauental, in der wir auch Innenstaatssekretär Dr. Jürgen Häffner treffen. Dort laufen die Fäden der Evakuierungsüberwachung zusammen. Vorzeitig, bereits um 13.18 Uhr, gibt Feuerwehrchef Wolfgang Schröder dem KMRD Einsatzfreigabe. Dann können wir nichts tun. Mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgen wir zusammen mit Feuerwehr, Polizei (mit Bundespolizei und Wasserschutzpolizei), Ordnungsamt, Hilfsorganisationen, Notarzt, dem organisatorischen Leiter im Sanitätsdienst, Bahnmanager, KEVAG und Stadt Koblenz die Arbeit der zehn Mannen um KMRD-Chef Horst Lenz.
Das Pressezentrum wird von hierher mit Zwischeninfos versorgt. Mit Verwunderung bekommen wir mit, was trotzdem alles an spekulativen Nachrichten grassiert. Eine Videoüberwachung der Arbeit gibt es bewusst nicht. Auch nicht für unsere interne Arbeit. Der KMRD will in Ruhe und selbstständig professionell arbeiten können. Und das ist auch richtig so.
Um 15:45 Uhr erreicht uns die befreiende Nachricht vom KMRD: Beide Bomben sind entschärft. Jetzt ist noch das Nebelfass dran. Beifall und Erleichterung im Krisenstab. Nach der Nachricht über die erfolgreiche Sprengung des Nebelfasses machen wir uns mit Bürgermeisterin und Staatssekretär zum Bombenfundort auf, um dem KMRD um Horst Lenz „Danke“ zu sagen, aber auch der Koblenzer Bevölkerung. Durch ihre Disziplin haben die Koblenzer/-innen dazu beigetragen, dass wir diesen Krisentag zügig erfolgreich beenden können.
Morgen im Stadtvorstand ist dann Nachlese, dann wird es irgendwann auch um Geld gehen, wie wir zwischen den Gebietskörperschaften die Kosten aufteilen. Aber das ist dann schon wieder eine andere Geschichte. Jetzt genießen wir erst einmal die Erleichterung, dass alles gut gegangen ist.

  • Tag der Bombenentschärfung 04.12.2011

Fotos: Das Portal Koblenzerleben 4.12.2011

Quelle Link: http://www.koblenzerleben.de/koblenz/luftmine-und-fliegerbombe-entschaerft

      

  • Akteneingang im Rathaus bei OB Hofmann-Göttig am 29.11.2011 – wie so häufig

Foto: Joachim Hofmann-Göttig

Comments are closed