Symbol Wochenbericht  Mit Fotos

Sonntag 25. Oktober
Gestern Abend sind wir zurückgekommen. Zwölf entspannte Tage an der holländischen Nordsee-Küste liegen hinter uns mit viel Schlaf, frischer Seeluft, Bewegung, Kraft zurückholen, richtig erholen. Nun kann es wieder losgehen.
Am Vormittag bin ich im Rathaus in Koblenz, nehme an der Verleihung des Nachwuchs-Journalisten-Preises des Koblenzer Presseclubs (“Sophie la Roche-Preis“) teil, bin Sprecher der Jury.
Als Schüler habe ich in mehreren Schüler-Zeitungen mitgearbeitet, nach dem Abitur volontiert, im Studium als freier Journalist Geld verdient, meine Doktorarbeit geschrieben über das Thema „Politik und Schülerpresse“, im ersten Beruf drei Jahre als Redakteur, später als Pressesprecher zunächst der hessischen, dann der saarländischen Landesvertretung in Bonn gearbeitet. Nachwuchs-Journalismus ist mir wichtig, denn es geht schließlich darum, über die Medien Teilhabe an gesellschaftlichen Fragen zu ermöglichen.


Am Nachmittag geht es in die Oberwerther Großsporthalle. In Vertretung des Ministerpräsidenten suche ich das karnevalistische Tanzturnier auf und nehme die Siegerehrung mit vor. Ich bin begeistert von den Tänzen, der Sportlichkeit und Akrobatik, Tempo und Genauigkeit. Sehr gefällig empfinde ich besonders den Show-Dance. In meiner kurzen, gewünschten Ansprache danke ich den Aktiven  und besonders auch den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, dem ausrichtenden Club Gelb-Rot und der überzeugenden Jury.

Dieses Qualifikationsturnier hätte gerade vom Niveau her sehr viel größere öffentliche Beachtung verdient.

Montag 26. Oktober
Ich eröffne mein diesjähriges Seminar als ehrenamtlicher Lehrbeauftragter für Soziologie an der Universität in Koblenz. Mein diesjähriges Semesterthema: „ `Kulturelle Bildung` am Beispiel der Stadt Koblenz“. Obwohl es für Montagmorgen um 8.00 Uhr für das universitäre Leben „unchristlich“ früh ist, sind 25 Studierende auf der Matte, überwiegend angehende Lehrer/-innen, nicht schlecht.
Anschließend geht es nach Mainz, um an der Feierstunde für Kurt Beck teil zu nehmen. Er feiert im Foyer des Landtags nicht nur 30 Jahre Mitgliedschaft im Landtag, sondern auch 15 Jahre Ministerpräsidenten-Amt. Er sagt unter anderem einen Satz, den ich mir gut merke kann: „Für Geburtstage kann man nichts, für die Dauer der Ausführung einer Tätigkeit aber sehr wohl. Da kann man ruhig ein bisschen stolz drauf sein.“
Ich bleibe nicht lange, denn ich muss weiter nach Speyer, um dort als stellvertretender Vorsitzender beim Beginn der Vorstandssitzung der Stiftung Historisches Museum der Pfalz anwesend zu sein. Da geht es um die Planung künftiger Großausstellungen und um Haushaltsfragen.
Dann geht es zurück nach Mainz. Ich bin Vorsitzender der siebenköpfigen Findungskommission für die Besetzung des Intendanten/der Intendantin der Rheinischen Philharmonie in Koblenz. Es haben sich 30 Personen beworben, sechs haben es in die engere Wahl geschafft, die wir uns alle diese Woche gründlich anschauen werden. Das ist eine wichtige Personalentscheidung einerseits für das Land, weil die Rheinische Philharmonie eines unserer drei Landesorchester ist, andererseits für die Stadt Koblenz, weil das Orchester auch das Stadttheater Koblenz bespielt.

Dienstag 27. Oktober
Der Tag steht ganz im Zeichen von Mainz, Bürotermine, Interviews, Personal- und Fachrücksprachen, auch ein langes Gespräch mit Ministerpräsident Kurt Beck und jede Menge Akten sind zu bearbeiten.

Mittwoch 28. Oktober
Auch dieser Tag ist dicht gefüllt mit Mainzer Verpflichtungen, Rücksprachen, Fraktionssitzung, Arbeitskreis, Akten- und andere Büroarbeiten.
Am Abend wartet ein Highlight auf uns: Zusammen mit Freunden besuchen wir im Koblenzer Cafe Hahn eine Vorstellung von Farfarello, diesmal als Quartett formiert: Gitarre, Bass, Akkordeon (neu) und der sogenannte Teufelsgeiger  Die Gruppe haben wir schon häufig gehört: eine unbeschreibliche Mischung aus verschiedenen Stilrichtungen populärer, mit klassischen Elementen gespickte und elektronisch z.T. „aufgepeppte“ Rockmusik. Technisch und musikalisch brillant und niveauvoll, faszinierend –  wie heute haben wir sie noch nie erlebt. Wer den Abend verpasst hat, kann sie am 12. November in anderer Formation in der Christuskirche in Boppard erleben. Es lohnt wirklich.

Donnerstag 29. Oktober
Heute habe ich einen Koblenz-Tag: Ich nehme am Vernetzer-Treffen im Kulturland Rheinland-Pfalz auf der Festung teil, bin Stunden mit der Findungskommission auf der Suche nach dem neuen Intendanten/der neuen Intendantin des Koblenzer Orchesters, habe eine Gespräch mit dem amtierenden Oberbürgermeister der Stadt Koblenz Dr. Eberhard Schulte-Wissermann, eröffne mit ihm gemeinsam das internationale wissenschaftliche Symposium zu Ehren des 200. Geburtstages von Felix Mendelsohn.
Der Tag wird abgeschlossen mit der feierlichen Eröffnung eines Kontaktbüros der Sinti, das mit Django Reinhardt hoffnungsvoll besetzt ist.

Freitag 30. Oktober
Nach den üblichen Büroarbeiten in Mainz geht es in die Generaldirektion Kulturelles Erbe. Dort habe ich gut vierzig Experten/Expertinnen zu einem Fachgespräch eingeladen zum Thema „Weltkulturerbe-Antrag zu den SchUM-Städten“. SchUM, so werden die Städte Speyer, Worms und Mainz gemäß ihren Anfangsbuchstaben in hebräischer Sprache genannt. Juden haben in diesen drei Städten vor einigen Jahrhunderten sehr eng kooperiert und damit so eine Art „Klein-Israel“ auf deutschen Boden geschaffen, wofür die Archäologen in den letzten Jahren mehr und mehr intensive Forschungsergebnisse präsentieren konnten. Die Landesregierung ist entschlossen, zu diesem Thema einen Antrag auf Anerkennung als Weltkulturerbe zu stellen. Dafür bin ich als Regierungsbeauftragter für das UNESCO-Welterbe in Rheinland-Pfalz verantwortlich. Ein gutes Treffen. Wir kommen wirklich ein Stück weiter.
Mittags geht es nach Koblenz, wo ich auch ein langes Gespräch mit dem Herausgeber der Rhein-Zeitung Walterpeter Twer über Koblenzer Zukunftsthemen habe..
In Brey treffe ich den langjährigen Präsidenten der Struktur- und Genehmigungsdirektion Koblenz, mit dem ich über Koblenzer und kulturpolitische Fragen spreche.
Am Abend referiere ich im Kuratorium des Evangelischen Stift-Krankenhauses über das Thema „Die Zukunft von Koblenz“, erläutere meine Vorhaben als künftiger OB und stelle mich einer wechselseitig sehr interessanten Aussprache.

Samstag 31. Oktober
Das Wochenende steht im Zeichen eines für mich biographisch besonders bedeutsamen Besuchs. Mitte der 1960er Jahre verbrachte ich die Sommerferien als Schüler bei einer Gastfamilie in England in der Nähe von London, um mein Englisch zu verbessern. Gastgeber waren das Ehepaar David und Crystal Pearce, die fortan die Rolle von „auswärtigen Vize-Eltern“ für mich übernahmen. David ist länger verstorben, und der Kontakt zu seiner Frau Crystal, Mutter von zwei Söhnen, riss nie ab über die mehr als nun zwischenzeitlich vier Jahrzehnte. So besuchten wir sie über Ostern in Great Malvern, etwas westlich von Birmingham. Und heute nun kommt sie zusammen mit der britischen Deutsch-Lehrerin Jocelyn Bailey, ihrer Freundin, zum Gegenbesuch. Das ist großartig.
Wir holen sie ab vom Frankfurter Flughafen, fahren nach Mainz, zeigen ihnen die Chagall-Fenster in der Stephan-Kirche, die Villa Musica, mein Büro im Ministerium, den Dom, etwas Mainzer Innenstadt.
Dann geht es rechtsrheinisch über Rüdesheim durch das „UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal“, über die Loreley, Marksburg nach Koblenz bei herrlichem Sonnenschein-Herbstwetter – wunderschöne, immer neue Blicke überall, wohin das Auge reicht; die Herbstfärbung der Bäume und Sträucher, die Weinberge – alles wirkt “herausgeputzt”. Und da ist er wieder, der auch Stolz auf die Heimat – . Den Abend beschließen wir im romantischen Weindorf. Unsere Gäste sind begeistert.

Sonntag 1. November
Nach einem gemeinsamen Frühstück im Vorstadt-Hotel Hamm geht es mit unseren britischen Freunden auf den Rittersturz, um nicht nur die tolle Aussicht zu genießen, sondern auch die historische Bedeutung der Rittersturzkonferenz zu erläutern, was durch die gut gestalteten Tafeln zum Denkmal nun erleichtert wird. Wir begeistern unsere Gäste für die Rhein Aue auf Oberwerth und die Kaiserin-Augusta-Anlagen und sind sodann einige Stunden auf der Festung Ehrenbreitstein. Es ist letzter Publikumstag der Festung vor Saisonschluss mit viel Publikum. Thomas Metz, der Direktor der Generaldirektion Kulturelles Erbe, nimmt sich Zeit und zeigt uns die BuGa-Arbeiten auf dem Festungsvorgelände, vor allem aber führt er uns hinter die Kulissen der Umbau-Arbeiten innerhalb der Festung für die BuGa und die Zeit danach. Besonders angetan bin ich vom Führungsrundweg, der dort gerade entsteht.
Für mich steht erneut fest: Die BuGa wird die Attraktivität von Koblenz auf Jahrzehnte weiter entwickeln. Das bringe ich am Nachmittag auch bei einer kleinen Begrüßungsrede zum Vortrag des Architekten Dieter Rumpenhorst zum Ausdruck, der in einer gut besuchten Veranstaltung über die Umbaumaßnahmen in der Jugendherberge auf der Festung vor viel Publikum referiert.
Danach führe ich unsere britischen Gäste noch auf den Uni-Campus. Den Abend lassen wir mit einem privaten Abendessen zu Ehren unserer Gäste im Kreise der Familie zu Hause ausklingen mit Unterhaltung und Hausmusik.

Der nächste Wochenbericht wird hier am 08./09.11.09 über die 45. Woche Montag 02.11. bis Sonntag 08.11.2009 veröffentlicht.

Joachim Hofmann-Göttig vertritt MP Beck und würdigt das Karnevalistische Tanzturnier

2009-10-25 Tanzturnier 043

Siegerehrung Tanzturnier

2009-10-25 Tanzturnier 104

Erster Sieger Show-Dance: Gruppe Tarzan

Tarzan Sieger im Showdance

Hofmann-Göttig begrüßt Gäste beim Architekten-Vortrag zu den Umbauplänen der Jugendherberge auf  der Festung Ehrenbreitstein 

JoHo begrüßt Gäste zum Vortrag auf der Festung Ehrenbreitstein

Das Publikum beim Architekten-Vortrag zu den Umbauplänen der Jugendherberge auf der Festung Ehrenbreitstein

Das Publikum

Farfarello im Café Hahn

Farfarello 28.10.2009 Cafe Hahn (foto-Kah

Hofmann-Göttig mit britischem Gast, “Vizemutter”  Crystel Pearce

Joho mit britischer Gast-Vize-Mutter

 

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