05:55 Presseauswertung, Joggen, Familienfrühstück
07:45 Fahrt zum Flughafen Frankfurt, unterwegs Erledigung von
Terminakten, Telefonaten und SMS sowie gründliche Zeitungslektüre.
09:00 Ich treffe mich am Flughafen mit dem Landrat des
Rhein-Hunsrück-Kreises Bertram Fleck (CDU). Er ist der gegenwärtige
Verbandsvorsteher im ,,Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal”, dem
alle kommunalen Gebietskörperschaften von Bingen/Rüdesheim – also auch
die hessischen – bis Koblenz angehören. Der Zweckverband ist der Motor
bei der Koordination der Aktivitäten im Welterbegebiet. Allein seine
Existenz ist schon bemerkenswert. Regionales Bewusstsein statt
Kirchturmdenken. Rund 60 Kommunen über alle Parteigrenzen hinweg
zusammen zu halten, zu einer Aktionseinheit zu formieren, das ist eine
besondere Integrationsleistung, die Landrat Fleck im Wechsel mit seinem
rechtsrheinischen Amtskollegen des Rhein-Lahn-Kreises Günter Kern (SPD)
souverän hinbekommt. Dabei ist er stets fröhlich und ausgeglichen,
zuverlässig, anpackend und Partei übergreifend handeln. Ich mag diesen
Mann und freue mich auf den gemeinsamen Arbeitstag mit ihm in Berlin.
10:15 Wir fliegen – nebeneinander sitzend – mit der Lufthansa nach
Berlin. ,,Holzklasse”, für 205 EUR, das ist echt preiswert.
12:00 Wir sitzen in Berlin-Mitte, gerade hinter dem Hotel Adlon in einer
,,stinknormalen Pizzeria”, meinem Berliner Lieblings-Italiener zum
Mittagessen und führen persönliche, vertrauensvolle Gespräche über
Politik, den Mittelrhein und uns als Personen. Wir kennen uns nun 18
Jahre lang, wir konnten uns immer aufeinander verlassen und vertrauen.
Ab diesem Mittagessen sind wir ,,per Du”. Freundschaftlich verbunden sind
wir schon lange, wir haben es heute nur besiegelt. Das gehört zu den
Erlebnissen, die uns beide die jeweiligen Jobs noch verschönern. Und
wenn ich Koblenzer Oberbürgermeister würde, weiß ich, dass ich mit
Bertram Fleck einen hervorragenden Partner habe, Koblenz mit der
gesamten Region noch attraktiver zu machen: während der
Bundesgartenschau 2011 und danach.
14:00 Martin-Gropius-Bau, Besuch der Ausstellung ,,60 Jahre – 60 Werke”.
Für mich als Kultur-Staatssekretär, der ich mich täglich in der
Kulturszene Rheinland-Pfalz bewege, ist es ganz wichtig, gelegentlich
auch über den Tellerrand des eigenen Landes hinaus zu schauen, um auch
einordnen und vergleichen zu können.
Wir bekommen eine qualifizierte Führung durch die Ausstellung, alles auf
Vermittlung unserer gut funktionierenden Landesvertretung in Berlin.
Ich sehe in der Ausstellung K.O. Götz, einen der großen Künstler aus dem
Westerwald, mit dem wir zum Beispiel einen Raum des Mittelrhein-Museums
im Neuen Kulturforum im Rahmen des Zentralplatzes in Koblenz realisieren
wollen.
Ich sehe ein großformatiges Werk von Anselm Kiefer, das bis vor wenigen
Wochen in unserem Arp Museum Bahnhof Rolandseck hing, jenem Künstler,
dem wir dort eine Ausstellung gewidmet hatten, bevor er im vorigen Jahr
mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde.
Und ich sehe dort Werke von Jonathan Meese, dem wir gerade aktuell eine
große Ausstellung im Arp Museum Bahnhof Rolandseck gewidmet haben.
In diesem Augenblick bin ich stolz auf unsere kulturpolitischen
Leistungen in Rheinland-Pfalz. Mein Freund Bertram Fleck bringt es auf
den Punkt: ,,Rheinland-Pfalz muss gegenüber der großen Kulturmetropole
Berlin keine Komplexe kriegen.”
15:15 Bei herrlichem Sonnenschein laufen wir über den Potsdamer-Platz,
vorbei am Holocaust-Denkmal, Brandenburger Tor, Unter den Linden, zur
Spree, zur Weltkulturerbe Museumsinsel.
16:00 Bode-Museum. Dr. Julien Chapuis, Leiter der Skulpturensammlung und
des Museums für Byzantinische Kunst, führt uns durch ausgewählte Räume
des auch architektonisch beeindruckenden Museums. Er zeigt uns immer
wieder, wie wichtig Naturlicht für die Wirkung der Präsentation von
Skulpturen ist. Im Übrigen, ein echtes Kontrastprogramm: Haben wir im
Gropius-Bau die zeitgenössische Moderne gesehen, bekommen wir nun eine
Kurzeinführung in die Geschichte der Skulpturenkunst vom 13. bis zum 18.
Jahrhundert.
17:00 Wir entschließen uns erneut zu einem Fußmarsch durch das quirlige
Berlin-Mitte zu unserer Landesvertretung Rheinland-Pfalz, wo wir
rechtzeitig zu Gesprächen mit den ersten Besuchern und Besucherinnen
eintreffen.
18:00 Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund, in den
Ministergärten, gerade gegenüber dem Holocaust-Denkmal, Brandenburger
Tor und Reichstag.
Wir präsentieren die Ausstellung der drei Siegerentwürfe zur geplanten
Mittelrheinbrücke nördlich von St. Goar / St. Goarshausen anhand der
Modelle und einer Power Point Präsentation.
Es sind etwa 60 Personen anwesend, viele Architekten, Verbandsvertreter
und Mitarbeiter/-innen der mit diesem Aufgabenbereich vertrauten
Bundesministerien. Ein sehr fachliches Publikum.
Ich halte eine freie Rede, schildere die Gründe für eine Brücke, die
Beschlusslage der UNESCO zum Projekt, stelle die drei prämierten
Entwürfe vor und schildere unsere Strategie zur Überzeugung der UNESCO,
Ende Juni in Sevilla ,,Ja” zu sagen zur Mittelrheinbrücke. Anschließend
spricht Landrat Bertram Fleck für den ,,Zweckverband Welterbe Oberes
Mittelrheintal”. Er schildert die Notwendigkeit der Brücke aus
kommunaler Sicht.
Es wird sehr deutlich, dass zwischen uns Beide kein Blatt Papier passt.
Die Anwesenden spüren das gute Einvernehmen und die fröhliche Stimmung.
Wir stellen uns den vielen Fragen und führen anschließend
Einzelgespräche. Im Laufe des Abends gesellt sich auch der gastgebende
Bevollmächtigte des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund, Staatssekretär Dr.
Karl-Heinz Klär, zu uns.
19:50 Wir müssen uns sputen, dass wir ein Taxi erwischen, um zum
Flughafen nach Berlin-Tegel zu kommen. Wir schaffen unseren Flieger nach
Frankfurt. Unterwegs stellen wir fest, dass wir mit der Veranstaltung in
der Landesvertretung sehr zufrieden sein können. Wir haben den Eindruck,
dass wir Viele von unserem Weg überzeugen konnten: eine Weltkulturerbe
verträgliche Brücke nicht gegen, sondern mit der UNESCO.
22:15 Wir landen pünktlich in Frankfurt und fahren heimwärts, Bertram
Fleck in seinen Rhein-Hunsrück-Kreis, ich nach Koblenz. Unterwegs
arbeite ich an Ministeriumsakten und beginne am Laptop mit der Arbeit an
meinem Tagebuch.
Ich notiere mir auch, dass ich direkt am Donnerstag so zügig wie möglich
Herrn Podzun von der Koblenzer Industrie- und Handelskammer (IHK)
anrufen werde, um ihm von der Veranstaltung unserer Brückenpräsentation
in der Berliner Landesvertretung zu berichten. Er wird darüber erfreut
sein, war doch auch die Vorstellung der Brückenpreisträger mit der
Auftakt-Ausstellung in der IHK am 30.April so sehr gelungen.
23:15 Zurück Zuhause in Koblenz setze ich mich an meine PC, schreibe das
Tagebuch und erledige zahlreiche dienstliche und private Emails. Dabei
verfolge ich die aktuelle Sendung von TV Mittelrhein.
00:45 Feierabend, nach einem abwechslungsreichen, erfolgreichen Tag
voller Eindrücke. Ich freue mich über die Pflege gewachsener
persönlicher und beruflicher Verbindungen.
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