17 Juli
Grußwort von OB Hofmann-Göttig anlässlich der Landesleistungsschau des Deutschen Verbandes für Fotografie in Koblenz
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Grußwort von Herrn OB Prof. Dr. Hofmann-Göttig anlässlich der Landesleistungsschau des Deutschen Verbandes für Fotografie, Koblenz 29.06.2013
(Wurde von Herrn Eckhard Schaust verlesen)
“ Meine sehr verehrten Damen und Herren,
liebe Fotofreunde,
herzlich willkommen hier in Koblenz zur Landesleistungsschau des DVF. Zunächst möchte ich herzlich dem Foto-Club Koblenz und der Fotoabteilung des PostSportVereines danken, deren Engagement es möglich gemacht hat, dass die diesjährige Landesfotoschau hier in unserer schönen Stadt an Rhein und Mosel stattfindet.
„Mit Licht zu zeichnen“ nannten die Pioniere des Fotografierens vor rund 190 Jahren ihre Entdeckung. Heutzutage gehören Fotos zu unserem Alltag. Wir wachsen damit auf, fotografiert zu werden und alsbald selber Fotos zu machen, wir sind allüberall von einer wahren Flut von Bildern umgeben. Etwas existiert nur, so könnte man manchmal meinen, wenn es ein Bild davon gibt. Das Foto als Beglaubigung, dass jemand tatsächlich an einem fernen, einem vielleicht gar schwer erreichbaren Ort gewesen ist; das Foto als Dokument, dass ein Ereignis tatsächlich stattgefunden hat. Fotos erinnern uns an bewegende Momente; Fotos halten fest, wie Menschen oder Städte und Landschaften sich entwickelt und verändert haben.
Eine wahre Bilderflut stürmt auf uns ein. Dennoch schaffen es immer wieder einzelne, unsere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Das „große, stille Bild“, wie der Medienwissenschaftler Norbert Bolz einmal sagte, hat seinen eigenen Reiz. Es lädt ein, genau hinzusehen und sich mit ihm auseinander zu setzen.
Die Fotografie ist eine vergleichsweise junge Kunst, – wie bereits erwähnt, erst knapp 190 Jahre alt. Mit einem Blick aus dem Fenster fing alles an, 1826, als der Franzose Joseph Niepce nach einer Belichtungszeit von sage und schreibe über acht Stunden die Aussicht aus seinem Arbeitszimmer auf einer asphaltbeschichteten Zinnplatte fixierte. Er arbeitete noch mit einer Camera obscura; bis zur Entwicklung einer unserer heutigen vergleichbaren Technik sollte es noch etwas dauern.
Aber das Bahnbrechende an dieser neuen Erfindung wurde ziemlich schnell erkannt. Erstmals war es möglich, Bilder von der Welt direkt zu reproduzieren. Und mit der Porträtfotografie erlangten auch einfache Bürger die Art von Unsterblichkeit, die bis dahin nur der reichen Oberschicht vorbehalten war, die sich einen Maler für ihr Konterfei leisten konnte.
Kein Wunder also, dass die Porträtfotografie von Beginn an so beliebt war. Die Menschen strömten in die Fotoateliers, um sich einmal im Leben oder zu allen Großereignissen ablichten zu lassen. Das neue, junge Medium entwickelte sich rasch weiter, sowohl technisch als auch hinsichtlich seiner Themen und Sujets.
Ebenso gewann die künstlerische Dimension des neuen Mediums schnell an Bedeutung. Auch hier geht es ja darum, das, was hinter dem reinen Abbild liegt, sichtbar zu machen oder den besonderen Moment einzufangen, der die tiefere Bedeutung enthüllt.
Unser Wort „Foto“, Sie wissen es sicher, geht auf den griechischen Begriff „phos“ zurück, der Licht bedeutet. Das hängt natürlich mit der Technik der Fotografie zusammen, aber stimmt es nicht auch im übertragenen Sinne? Bringen uns Fotos nicht auch das Licht der Erkenntnis und der Schönheit?
Ich glaube, meine Damen und Herren, wenn Sie die „starken“ Bilder dieser Landesleistungsschau betrachten, werden Sie die Frage zweifelsfrei mit „Ja“ beantworten. Gerne stifte ich deshalb auch den „Preis des Oberbürgermeisters der Stadt Koblenz“!
Ich wünsche Ihnen viel Freude und Anregungen bei der heutigen Veranstaltung hier „An der Königsbach“ in Koblenz!
Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig
Oberbürgermeister der Stadt Koblenz “
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