Auszug: Wortlaut und Foto der Pressemeldung der Stadt Koblenz, 01.10.2014

pe 1.10.2014 Foto Bürgerpreis Mit Doppelklick bitte Foto vergrößern

” Die Preisträger des Bürgerpreises 2014 mit OB Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig (rechts im Bild) und dem stellv. Sparkassenvorstand Guido Strüder (links).
http://www.koblenz.de/r30/vc_shop/bilder/firma196/org/buergerpreis2014.jpg “

” Bürgerpreis 2014 verliehen

Die Sparkasse Koblenz, die Kreissparkasse Mayen, der Landkreis Mayen-Koblenz und die Stadt Koblenz haben auch in diesem Jahr wieder den lokalen Bürgerpreis ausgelobt. Das diesjährige Motto lautete: „Vielfalt fördern – Gemeinschaft leben!“ Gewürdigt werden Menschen und Institutionen, deren bürgerschaftliches Engagement sich um die Themen Integration und Inklusion dreht.

Die Jury aus Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig, Landrat Dr. Alexander Saftig und den Sparkassenvorständen Matthias Nester (Koblenz) und Peter Schaaf (Mayen), haben aus den Bewerbungen die Sieger aus Landkreis und Stadt ermittelt. OB Hofmann-Göttig und der stellv. Sparkassenvorstand Guido Strüder haben die vier Koblenzer Gewinner in einer Feierstunde im Rathaus geehrt. Hofmann-Göttig dankte den Preisträgern für ihr Engagement, ohne das eine unsere Gesellschaft nicht funktionieren könne. Strüder erkannte im freiwilligen Einsatz einen Grundpfeiler der lebendigen Demokratie und verband seinen Dank mit dem Wunsch nach weiterem Engagement.
Die Koblenzer Gewinner des lokalen Bürgerpreises sind:


– Der Koblenzer Tierschutzverein. Er existiert seit 1903 und kann auf eine große Zahl ehrenamtlicher Mitarbeiter zurückgreifen. Dies ist auch nötig, denn der Verein kümmert sich nicht nur um herrenlose Tiere, wie es der Name nahe legt. In vielen weiteren Projekten hilft der Verein bei der Integration und Teilhabe von Menschen. So etwa seit 2006 mit Besuchen in Altenheimen in Koblenz und Umgebung. Dabei kommen die Heimbewohner mit geeigneten Tieren in Kontakt und erfahren Freude und Entspannung bei den Schmusestunden. Gerade für demenzerkrankte Personen ist der Umgang mit den Tieren aktivierend und stimulierend.
Mit der Tierfuttertafel ermöglicht es der Verein ärmeren Menschen die weitere Haltung ihren Tieres. Dieses Angebot, für das Spenden akquiriert werden, besteht seit 2010 und schützt die Betroffenen vor völliger Vereinsamung.

Das Tierheim, das der Verein seit 1937 betreibt, ist Anlaufstelle für behinderte Menschen. Intensive Betreuung ermöglicht diesen Menschen positive Erlebnisse mit den geeigneten Tieren.
Und auch für die Re-Integration in die Gesellschaft engagiert sich das Tierheim. Gestrauchelte Menschen werden durch Gerichte zur Ableistung von Sozialstunden dem Tierheim zugewiesen. Die intensive Betreuung trägt wesentlich zur erfolgreichen Re-Integration bei.

Neuestes Projekt ist die Vorleseaktion für Kinder mit Leseschwäche. Diese Kinder lesen Katzen aus ihren Lieblingsbüchern vor. Die Tiere sind gute Zuhörer und die Kinder verlieren jede Scheu. Die ersten Ergebnisse sind sehr vielversprechend. In den verbesserten räumlichen Bedingungen im neuen Tierheim soll das Projekt fortgesetzt werden.

– Zweiter Preisträger ist die Coblenzer Turngesellschaft CTG. Der Verein, gegründet 1880, betreibt das Projekt „Integration durch Sport“ seit 2001. So lange ist der Verein anerkannter Stützpunktverein der Sportjugend Rheinland-Pfalz in diesem Projekt.
Die Erfahrungen mit Integration reichen bei der CTG schon bis in die 1970ßer Jahre zurück. Galt es zunächst die so genannten Gastarbeiter zu integrieren, haben sich die Angebote des Vereins diversifiziert, der etwa „Schwimmen für muslimische Frauen“ anbietet.
Nicht nur die Sportler kommen aus vielen Nationen, heute haben von den 72 Übungsleitern und Trainern 22 keinen deutschen Pass.

Der Verein unterstützt seine Mitglieder zu dem bei der Suche nach Ausbildungs- und Arbeitsplätzen. Und es sind nicht nur die sportlichen Betätigungen, die zur Integration Zugewanderter beitragen. Gerade die gemeinsamen Feiern und Feste werden durch die Vielfalt der Nationen bunter und die Mitglieder lernen einander und ihre jeweilige Kultur besser kennen.

– Derzeit kommen wieder verstärkt Menschen aus unsicheren Regionen dieser Welt nach Deutschland und damit auch in die Rhein-Mosel-Stadt. Egal welchen Aufenthaltsstatus diese Menschen haben, kümmert sich der dritte Preisträger, der Migrationsdienst des Caritasverbandes Koblenz um die Neuankömmlinge. Hinter dem Projekt „Familienpaten“ steht der Gedanke, dass Menschen aus Koblenzu und Umgebung sich einer Familie annehmen, die zugewandert ist. Die Paten bringen den Neubürgern die Region und das nähere Umfeld sowohl geografisch wie kulturell näher. Damit geben sie den Neuen Sicherheit und verbessern die Integration. Dabei bestimmen die Paten und die betreute Familie selbst, wie eng der Kontakt sein soll.

Die Migrationsstelle der Caritas übernimmt die Vermittlung und schult die Paten bevor es los geht. In regelmäßigen Treffen tauschen sich die Paten untereinander und mit dem Migrationsdienst aus.

– Im jüngsten Verein, der in diesem Jahr prämiert wird, engagieren sich junge Menschen für noch jüngere. Die Studenteninitiative für Kinder in Koblenz existiert erst seit 2013 doch engagieren sich bereits 70 Studierende und geben ehrenamtlich Nachhilfeunterricht für Kinder aus sozial benachteiligten Familien, die häufig einen Migrationshintergrund haben. Das Motto des Vereins lautet: 1 Student, 1 Kind, 1 Stunde Nachhilfe pro Woche.
Derzeit profitieren zwei Grundschulen und zwei Realschulen Plus von dem studentischen Angebot.

Die Initiative will weiter wachsen und mehr Studierende gewinnen und an mehr Schulen Nachhilfeunterricht erteilen. Ferner möchte der Verein Sportangebote und Ferienfreizeiten anbieten, um Lernen mit Sport und Spaß zu verbinden.

Das Engagement mit Verein zahlt sich für Lehramtsstudierende aus, weil die gegebenen Nachhilfestunden ein gefordertes Praktikum ersetzen.

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