15 Nov.
Kurz-Report von OB Hofmann-Göttig von Montag 09.11 bis Sonntag 15.11.2015
Posted in Tagebuch/Wochenberichte by joho Keine KommentareMontag 9. November 2015
Ein typischer “Büromontag” mit Stadtvorstand, internen Rücksprachen, u.a. mit Sozial-Staatssekretär David Langner und Teilnahme an der Sitzung der SPD-Stadtratsfraktion zur Vorbereitung der Stadtratssitzung.
Dienstag 10. November 2015
Nach internen Rathaus-Terminen geht es nach Mainz zum Trägerausschuss des Sparkassenverbands. Mittags bin ich zurück und halte ein längeres Grußwort im Rahmen der Islamkonferenz der Arbeitsgemeinschaft muslimischer Gemeinden. Ich begrüße den Zusammenschluss sehr und zitiere den Kooperationsvertrag, der sich klar zum Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und zum friedlichen Zusammenleben der Menschen unterschiedlicher religiöser Kulturen bekennt. Ein wichtiges Dokument!
Dann geht es zum Firmenbesuch zu Hartkorn, dem Hersteller und Vertreiber von Gewürzen.
Die anschließende Stadtteil-Bürgersprechstunde in Güls ist gut nachgefragt und ich freue mich, dass ich den Ortsvorsteher Jupp Schmidt für lokale Fragen kompetent, bürgernah und freundlich an meiner Seite habe. Abschließend geht es ins Rathaus zur Erledigung der Tagesakten.
Mittwoch 11. November 2015
Vor dem “karnevalistischen Getümmel” leite ich erst einmal mein diesjähriges Uni-Seminar, in dem der Leiter unserer Statistikstelle Dr. Manfred Pauly einen sehr fundierten Vortrag über die soziologische Datenbasis zu Koblenz hält.
Im Büro erwarte ich die neue Vizepräsidentin der ADD Dr. Anna Köbberling, eine langjährige Koblenzer Bekanntschaft in Sympathie fortsetzend. Wir sprechen über die Herausforderungen durch die Flüchtlingszuströme.
Dann geht es um 11:11 Uhr ab auf den Jesuitenplatz. So gut gefüllt war er noch nie! Ich denke, es sind um die 5.000 Närrinnen und Narren auf dem Platz. Die Stimmung ist toll. Aber länger als drei Stunden kann ich nicht mit feiern, bevor mich die tägliche Routine wieder im Rathaus erwartet.
Donnerstag 12. November 2015
Der Tag ist wieder einmal “proppevoll” mit Rücksprachen, Haushaltsstrukturkommission, Medienterminen, Werkausschuss Koblenz Touristik; am Abend dann die Bürgerinformationsveranstaltung Niederberg (die dritte nach Wallersheim und Rauental). Der Saal fasst 100 Stühle, rund 70 weitere Bürgerinnen und Bürger stehen. Trotz der Enge ist die Stimmung sehr sachlich und freundlich. Als zwei fremdenfeindlich gesonnene Bürger auftreten, regt sich deutlicher Unmut der Versammlung. Umjubelt hingegen der Auftritt eines 21jährigen Syrers, der in gutem Deutsch (nach nur 10 Monaten) die Sicht von muslimischen Flüchtlingen beleuchtete. An dem Abend war ich wieder einmal richtig stolz auf meine Heimatstadt und der großen Mehrheit der Mitbürgerinnen und Mitbürger. Frohgelaunt geht es ins Rathaus zur Aktenarbeit.
Freitag 13. November 2015
Normalerweise versuche ich den Vormittag vor Stadtratssitzungen für interne Vorbereitungen und letzte Rücksprachen mit Stadtratsmitgliedern frei zu halten. Das gelingt mir diesmal nicht so ganz, denn ich folge gern der Einladung von Ratsmitglied Christian Altmaier, der hauptberuflich bei der Debeka arbeitet und mich gefragt hat, ob ich zur Eröffnung der Filiale auf der Karthausse kommen könne. Außerdem ist es mir eine liebe Pflicht zur Eröffnung des Verkaufs der neuen Dauerkarte der Seilbahn zu kommen. Zumal ich dort den künftigen Chef Eugen Nigsch öffentlich vorstellen kann. Sodann geht es ins Rathaus für die letzten Vorbereitungen der Stadtratssitzung.
Dort erstatte ich den mittlerweile traditionellen Arbeitsbericht zum Thema Flüchtlinge, führe die neue Kulturdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz zum 16. Dezember 2015 ins Amt ein, halte meine Haushaltseinbringungsrede zum Haushalt 2016 und verabschiede den bisherigen Kulturdezernenten Detlef Knopp zum 15. Dezember 2015 mit einer Laudatio für seine 31-jährige Tätigkeit im Koblenzer Rat und Stadtvorstand. Nach der Stadtratssitzung gibt es noch eine offizielle Abschiedsfeier für Detlef Knopp. Aber auch heute verlasse ich nicht das Büro ohne meine Tagesakten erledigt zu haben.
In der Nacht verfolge ich das Fußball-Freundschaftspiel Frankreich – Deutschland, das von der ARD aus Paris live übertragen wird. Inmitten der ersten Spielhälfte hört der Fernsehzuschauer die unerklärlichen Detonationen, gegen Spielende wird es zur Gewissheit: Paris steht erneut im Mittelpunkt terroristischer Angriffe. Ich verfolge die Sondersendungen von ARD, ZDF und NT-V bis in die frühen Morgenstunden voller Entsetzen.
Samstag / Sonntag 14. / 15. November 2015
Das Wochenende ist seit langem als terminloses “Regenerationswochenende” geplant. So verfolge ich – neben der unvermeidlichen Aktenarbeit – in den Medien die Pariser Ereignisse sehr umfassend. In einem angefragten Telefon-Interview kommentiere ich die Ereignisse gegenüber der Rhein-Zeitung. Worauf es für mich ankommt: die Täter und die Opfer nicht zu verwechseln. Die muslimischen Flüchtlinge kommen (mit wenigen Ausnahmen) nach Deutschland und nach Koblenz, weil sie selber vor dem Islamistischen Terror geflohen sind, weil sie hier Frieden finden wollen. Gleichwohl müssen wir aufpassen, weil sich vereinzelt unter ihnen auch IS-Agenten befinden könnten, die die Flüchtlinge und auch uns einschüchtern sollen. In den schweren Stunden gehen viele Gedanken durch den Kopf: Paris ist überall. Es hätte auch eine andere Metropole der Freiheit treffen können. Die Franzosen sind unsere Freunde, nicht ohne Grund haben wir eine Städtepartnerschaft mit Nevers. Liebe Nachbarn: Wir sind in Freundschaft in Gedanken bei Euch!


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