Symbol Wochenbericht  Mit Fotos

Montag 11. Januar
An der Uni in Koblenz haben wir im Rahmen des von mir geleiteten Seminars zur „Kulturellen Bildung“ heute Berti Hahn zu Gast, der uns rund 90 Minuten berichtet, wie er u.a. mit dem Cafe Hahn die freie Kulturszene beackert (vgl. Seminarreader auf dieser Internet-Plattform Kategorie> Materialien von JoHo, 12.01.2010). Die Seminareinheit kommt gut an.
Mittags geht es nach Mainz: Rücksprachen im Ministerium und eine Pressekonferenz in der Villa Musica zur bevorstehenden Saison der Reihe „Musik in Burgen und Schlössern“ (vgl. Pressemitteilung Kategorie > Medien, 11.01.2010 und Pressemeldung, 13.01.2010, auf dieser Internet-Plattform). Im Anschluss leite ich die Vorstandssitzung der Landesstiftung Villa Musica. Wir beraten und beschließen den Jahreshaushalt und unsere künftigen CD-Produktionen.

Dienstag 12. Januar
Ein Mainz-Tag mit vielen internen Rücksprachen, aber auch einem Treffen mit dem Bildhauer und Landeskunstpreisträger Erwin Wortelkamp, um die Rolle des Landes bei seiner Stiftung „Im Tal“ weiter zu erörtern.


Als Generalsekretär nehme ich an der, vom Ministerpräsidenten Kurt Beck geleiteten Vorstandssitzung der Landeskulturstiftung teil, die sich vor allem mit der mittelfristigen Finanzplanung der Stiftung und der Finanzierung von Großausstellungen befasst.
Am Nachmittag berichte ich im zuständigen Arbeitskreis der SPD-Landtagsfraktion über den Sachstand der bevorstehenden Novellierung des Landesarchivgesetzes.
In der Staatskanzlei besuche ich auf Einladung von Ministerpräsident Kurt Beck die Feierstunde zu Ehren des 60. Geburtstags des Regierungssprechers Walter Schumacher, der mir im Amt als Kulturstaatssekretärs folgen wird, wenn ich am 29. April vom Ministerpräsidenten von der Aufgabe entbunden werde, um am 30. April in das Amt des Oberbürgermeisters in Koblenz eingeführt zu werden.
Leider habe ich nicht viel Zeit für diese Feier, weil ich bereits seit Monaten nach Ludwigshafen zu reisen zugesagt hatte, um im Pfalzbau die Oper „Don Giovanni“ zu sehen. Bei mir gilt der Grundsatz: Zugesagte Termine werden eingehalten, auch wenn das im vorliegenden Fall ungünstig ist.

Mittwoch 13. Januar
In Mainz nehme ich – wie alle Minister und Staatssekretäre der Landesregierung als geladener Gast – an der Sitzung der SPD-Landtagsfraktion teil.
Am Nachmittag bin ich in Ingelheim: Zusammen mit dem dortigen Oberbürgermeister unterschreibe ich einen Kooperationsvertrag zwischen Land und der Stadt zur Zusammenarbeit zwischen unserer Generaldirektion Kulturelles Erbe und der Forschungsstelle Kaiserpfalz zur Erforschung der mittelalterlichen Burgen in Rheinland-Pfalz (vgl. Pressemitteilung vom 13.01.2010, Kategorie > Medien und –Berichterstattung vom 14. und 15.012010, Kategorie > Medien auf dieser Plattform).
Es geht weiter nach Remagen-Rolandseck: Dort leite ich die Vorstandssitzung der „Landesstiftung Arp Museum Bahnhof Rolandseck“. Im Mittelpunkt der vierstündigen Sitzung steht die Marketingkonzeption des Museums.

Donnerstag 14. Januar
Heute ist Koblenz-Tag. Der Dienst geht von zu Hause aus mit Aktenarbeit, Email-Bearbeitungen und diversen anderen Büro-Computerarbeiten. Es ist gut, dass ich für diese Arbeiten nicht extra nach Mainz fahren muss, sondern in Koblenz diese praktische Büro-Außenstelle habe. Das werde ich als OB auch so machen, um außerhalb von üblichen Bürozeiten Zuhause ebenso gut arbeiten zu können, wie im Rathaus.
Am Nachmittag suche ich die Grundschule Neukarthause auf und beteilige mich als Staatssekretär des zuständigen Ministeriums an der Eröffnung des neuen Kunst-Ateliers in der Schule. Ein tolles Projekt. In einem kurzen Grußwort stelle ich die Bedeutung der kulturellen Bildung für Kinder heraus, weil der ganzheitliche Mensch im Mittelpunkt steht: kognitive, also „Kopfarbeit“, funktioniert einerseits dann besser und nachhaltiger, wenn andererseits das Praktische einhergeht und „heraus fließen“ kann, z.B. wie hier, in Form künstlerischer Arbeit im eigens geschaffenen Kunstraum. Eine ganz andere Form der Selbstbestätigung wird somit erfahren, Selbstvertrauen und Eigenständigkeit kann wachsen.
Anschließend bin ich im städtischen Eigenbetrieb „Koblenz Touristik“: Der Chef Berti Flöck und seine Stellvertreterin Romy Zahren informieren mich umfassend über die aktuelle Situation und die Perspektiven des Tourismus. Für diese Institution werde ich als OB verantwortlich sein, so dass deren Aufgabe für meine Vorhaben von zentraler Bedeutung ist (vgl. mein Wahlprogramm, Kategorie > Wahlprogramm OB-Wahl, 19.08.2009, auf dieser Internet-Plattform).
In der Berufsbildenden Schule Wirtschaft in der Goldgrube eröffne ich eine Ausstellung des Bundesamtes für Verfassungsschutz „Braune Falle“. In einem 20-Minuten-Vortrag äußere ich meine Freude, dass der Verfassungsschutz auch Öffentlichkeitsarbeit betreibt und dass eine Berufsbildende Schule dieses notwendige Thema aufgreift. Ich stelle heraus, dass junge Menschen über die entsetzlichen Verbrechen des Hitler-Deutschlands informiert sein müssen, um das demokratische Gegenmodell aktiv leben zu können: Ein friedliches, respektvolles Miteinanderleben der verschiedenen Kulturen in Deutschland. Hier geht es also auch einmal mehr um die dringliche Arbeit: „Gegen das Vergessen“, um die Arbeit der Obacht nach dem Motto „Wehret den Anfängen“. Dass es somit sehr bedeutsam ist, bereits unterschwellige Verhaltensmuster und Gefahren kennen zu lernen, in die Jugendliche unmerklich, gleichgültig durch ihre Umgebung „hineinrutschen“ können, zeigt diese Ausstellung auch als „Karriere“ von manchem sog. Neonazi. Die sehenswerte Ausstellung ist bis zum 29. Januar geöffnet, so dass hoffentlich möglichst viele junge Menschen, vielleicht von ihren Lehrern und Lehrerinnen, von Ihren Ausbildern und Ausbilderinnen zum Ausstellungsbesuch ermutigt werden.
Leider muss ich zügig zum Horchheimer Soldatenfreizeitheim aufbrechen. Dort veranstaltet die Stadt den Jugend- und Sozial-Neujahresempfang mit Oberbürgermeister Dr. Schulte-Wissermann. Der Abend gestaltet sich auch mit „Willi und Ernst“ sehr kurzweilig und ich führe viele gute Gespräche.

Freitag 15. Januar
Nach dem nahezu täglichen Besuch in der Pflegestation der Seniorenresidenz Moseltal bei meiner Mutter geht es ins Rathaus zur „Nachhilfestunde“ bei Amtsinhaber Schu-Wi. Es ist schon sehr freundlich, wie er praktisch über ein Jahr hinweg sich große Mühe gibt, mir bei der Vorbereitung auf das OB-Amt zu helfen. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.
Anschließend geht es nach Speyer: Als stellvertretender Vorsitzender nehme ich an der Sitzung des Vorstands „Historisches Museum der Pfalz“ teil. Den Vorsitz führt der Speyerer Oberbürgermeister Werner Schineller, Stiftsratsvorsitzender ist der Frankentaler OB Theo Wieder. Wir kommen sehr kollegial miteinander aus. Im Mittelpunkt der Sitzung steht die finanzielle Absicherung der geplanten Großausstellungen, wobei ich den Mitfinanzierungsbeitrag des Landes über die Landeskulturstiftung verhandele.
Dann fahre ich kurz nach Mainz, um notwendige Akten und Emails zu bearbeiten; weiter geht es  dann nach Bonn. In Bonn beteilige ich mich an der Gremienfahrt des Kuratoriums des Evangelischen Stifts Koblenz zur Bonner Bundeskunsthalle. Wir besichtigen die Ausstellung von Werken des großen zeitgenössischen Malers Markus Lüpertz. Das ist für mich deshalb von Belang, weil mit Unterstützung unserer Kulturstiftung in der Kapelle vom Stift Lüpertz ein Kirchenfenster gestaltet wurde. Die Ausstellung gibt auch mir einen Einblick in einen repräsentativen Querschnitt seiner Arbeit.

Samstag 16. Januar
Ein ganz besonderer Termin steht an: Zusammen mit meinem Nachbarn, dem Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karnevalvereine (AKK) Heiner Blau, fahre ich nach Lützel und schaue mir einen Motiv- und den Komitee-Wagen für den Rosenmontagszug an. Ich darf darüber noch nichts berichten. Das ist streng vertraulich, denn Karneval ist eine „ernste Sache“! Jedenfalls gefällt mir, was dort ehrenamtlich, künstlerisch mit großem, auch zeitlichen Einsatz angepackt wird. Ich werde das erste Mal in meinem Leben den Rosenmontagszug nicht vom Straßenrand, sondern auf einem Wagen mitfahrend erleben. Ob das Wetter es gut mit uns meint? … Die Wagen stehen in der Halle der Firma Schlaudt, die ich bei der Gelegenheit aufsuche. Der Chef führt mich sichtlich stolz durch sein unglaublich nachgefragtes  Familienunternehmen, in dem die Kundschaft Dekorationen jeglicher Art und Karnevalsartikel unübersehbarer Vielfalt finden können. Hier könnte man einen Tag zu bringen …
Am Abend sind wir karnevalistisch in Niederberg bei den Blau-Weißen. Die Sitzung ist zwar lang – bis wir zu Hause sind ist es fast zwei Uhr in der Nacht -, aber sie ist niveauvoll und unterhaltsam. Vieles könnte man sich auch genauso als Einlagen bei der Prinzeninthronisation vorstellen, die dieses Jahr auch schon mit recht sehr gerühmt wurde. Also: Respekt nach Niederberg. Ich habe Heiner Blau zu meiner Freude dazu gewinnen können, dass er mich ab Mai in Sachen Karneval berät, damit also sozusagen als „mein“ OB-Hofmarschall fungiert. Ich habe mir nämlich vorgenommen, alle Karnevalvereine nach und nach in Koblenz aufzusuchen. Und da ich nicht an einem Abend „hüpfen“ will, sondern von Anfang an und bis zum Ende jeweils dabei bleiben möchte, werde ich nächstes Jahr nur einen Teil schaffen können. Ich brauche also ein ausgearbeitetes Karneval-Besuchsprogramm für die nächsten Jahre, damit jeder weiß, womit und wobei er mit mir rechnen kann nach der Devise: Transparenz ist alles. Ich werde übrigens nirgendwo Mitglied werden, um mich gar nicht erst dem Verdacht einer vermeintlichen Bevorzugung von …  auszusetzen.

Sonntag 17. Januar
Es geht für die „lange, wache Nacht“ relativ früh wieder raus. Ich muss nach Remagen-Rolandseck ins Arp Museum, weil ich als Kulturstaatssekretär und Vorstandsvorsitzender der Landesstiftung Arp Museum Bahnhof Rolandseck eine Neujahresansprache beim Bonner Lions Club zugesagt habe, die mit knapp 50 Mitgliedern unsere Gäste im Arp Museum sind.
Ich wurde um einen Vortrag über die Geschichte des Arp Museums gebeten. So wie es Wandel-Konzerte und Wandel-Theateraufführungen gibt, so gestalte ich einen Wandel-Vortrag mit drei Stationen. Im Bahnhof Rolandseck als erste Station, berichte ich über die Frühgeschichte des Künstler-Bahnhofs von 1965 unter Johannes Wassmuth bis zum Abschluss des Rahmenvertrages zwischen dem Land Rheinland-Pfalz und dem Arp-Verein 1995.
In der Kunstkammer Rau als zweite Station, erläutere ich die Auseinandersetzungen zwischen Land und Verein, die endgültigen Trennung und die strategische Partnerschaft mit UNICEF und der Sammlung Rau 2007/2008. In der “Belle Étage” des Richard Meier Gebäudes beende ich den einstündigen Vortrag mit der dritten Station, die der aktuellen Situation und den kulturtouristischen Perspektiven des Arp Museums gewidmet ist. Der Vortrag wird als Audio-Datei in den nächsten Tagen auf der Plattform dokumentiert werden.
Für den Brunch, zu dem ich eingeladen bin, kann ich mir keine Zeit nehmen: Ich will zurück, denn um 13.30 Uhr spielt die TuS-Koblenz gegen 1860 München im Oberwerther Stadion. Drei Minuten nach Anpfiff bin ich im Stadion. Das letzte Heimspiel habe ich von der Lotto-Tribüne aus verfolgt, heute kann ich eine Karte für die Sparkassen-Tribüne erstehen. Ich verfolge eine muntere Partie, die 2 : 2 endet. Was ich sehe, ist jedenfalls eine kämpferische, engagierte TuS, über weite Strecken eine sehenswerte Partie. Wie viele, andere TuS-Fans auch, verlasse ich nicht unzufrieden das Stadion. Es geht aufwärts, auch wenn nur ein Pünktchen drin gewesen ist. Ich meine trotzdem: Man kann wieder auf den Klassenerhalt hoffen …

Fotos der Woche

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Vertragsunterzeichnung Generaldirektion Kulturelles Erbe/Stadt Ingelheim

IMG_6885Fw Foto der Vertragsunterzeichnung Generaldirektion Kulturelles Erbe Stadt Ingelheim

Karneval in Niederberg: Prinzenpaar und eine der Showtanzgruppen

Prinzenpaar Niederbergaktuell Niederberg

Karneval in Niederberg: Vorstadt-Unternehmerin Marion Schröder mit JoHo und die Super-Bütt: Thomas Flöck

besser NiederbergThomas Flöck Niederberg

1. Station Arp-Museum: Vortrag im Bahnhof Rolandseck

2010-01-17 Arp-Vortrag 005Erste Station Vortrag im Bahnhof Rolandseck

2. Station Arp-Museum: In der Kunstkammer Rau

2010-01-17 Arp-Vortrag 016Zweite Station In der Kunstkammer Rau

3. Station Arp-Museum: Bèlle Étage im Richard Meier Neubau

2010-01-17 Arp-Vortrag 021Dritte Station Belle Etage im Richard Meier Neubau

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