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Montag 8. Februar 2016 (Rosenmontag)
Morgens um 9:00 Uhr ist beim Bäcker Hoefer im Entenpfuhl Lagebesprechung des AKK-Vorstands. Feuerwehrchef Wolfgang Schröder trägt vor, Ordnungsamt, Polizei und OB auch. Schröder berichtet, dass die Feuerwehr schon den ganzen Morgen alle im Netz verfügbaren Wetterprognosen verfolgt. Danach ist nicht auszuschließen, dass auch Koblenz am Mittag von Sturmböen erfasst wird. AKK-Präsident Franz-Josef Möhlich, Zugmarschall Olaf Kullak und auch ich sind uns einig, gegen den Ratschlag der Feuerwehr als Katastrophenschutzbehörde einen Rosenmontagszug durch zu setzen, wäre unverantwortlich. Auch versicherungstechnisch ist es bei derlei Warnungen eines “Wind-Vorfalls” problematisch. Alle Anwesenden sind sich einig, so schwer es auch fällt: Das Risiko eines Rosenmontagszugs können weder die AKK als Veranstalter noch die Stadt als Genehmigungsbehörde eingehen. In Windeseile zücken alle ihre Handys. Die Absage ist in Minuten rum. Den Rest besorgen das Radio von SWR und Antenne Koblenz 98,0. Mit wenigen Ausnahmen reagieren nicht nur die Karnevalisten, sondern auch die Bevölkerung verständnisvoll.

Dienstag 9. Februar 2016 (Veilchendienstag)
Ein “normaler” Bürotag. Am Nachmittag kommt AKK-Präsident Franz-Josef Möhlich im Rathaus vorbei und fragt mich, wie die Stadt zum Thema “Nachholung” des Rosenmontagszug denkt.
Ich telefoniere mit dem Generalvikariat in Trier und bekomme das Signal, dass man dort Verständnis für ein temporäres “Fastenbrechen” wegen der besonderen Umstände hat. Auch das Ordnungsamt sieht keine Probleme, die vorhandene Genehmigung kurzfristig um zu dirigieren. Der AKK-Präsident gibt zu erkennen, dass er Sonntag, den 28. Februar 2016, dafür im Blick habe. Ich sage Unterstützung zu und ändere schon einmal vorsorglich meine Tagesplanung für den entsprechenden Sonntag.

Mittwoch 10. Februar 2016 (Aschermittwoch)
Ich halte meine letzte Vorlesung nicht nur für mein aktuelles Seminar “Politik von Außen – Am Beispiel der Stadt Koblenz”, sondern beende damit angesichts meines diesjährigen 65. Geburtstags auch meine nunmehr 18-jährige Dozententätigkeit als Lehrbeauftragter und ehrenamtlicher Professor (sog. Honorarprofessor) –  erst an der Uni Gießen und seit dem Jahre 2003 an der Universität in Koblenz. Ich freue mich, dass in der Abschluss-Evaluation meine über 40 Studierenden des laufenden Semesters meine Rolle als Seminarleiter durchschnittlich mit “sehr gut” beurteilen. Ein schöner Abschluss für eine lange nebenberufliche Tätigkeit erst als Staatssekretär, dann als Oberbürgermeister mit dem Ziel, insbesondere angehende Sozialkundelehrer/-innen auch mit der politischen Praxis vertraut zu machen.
Dann muss ich mich sputen, dass ich pünktlich um 10.00 Uhr in der Herz-Jesu-Kirche zum traditionellen “Aschermittwoch der Künstler” erscheine. Anschließend begrüße ich unsere Gäste bei der jüngsten Ausstellung der Arbeitsgemeinschaft Bildender Künstler am Mittelrhein im Haus Metternich.
Am Nachmittag leite ich die knapp vierstündige Routinesitzung des Stadtvorstands, die vom (Rosen-) Montag auf diesen Mittwoch verlegt wurde. Dann geht es zur Aschermittwochsveranstaltung der SPD in die Koblenzer Brauerei, in der diesmal Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles die auch mich überzeugende Hauptrede hält.

Donnerstag 11. Februar 2016
Nach den üblichen internen Gesprächen im Rathaus eröffne ich mittags gemeinsam mit Landesbauministerin Doris Ahnen die Messe “RheinlandBau & Garten”, die erfolgreich von Koenitz GmbH veranstaltet wird. Wir haben auch kurz Zeit für einen Rundgang über das Flüchtlingsdorf auf dem Messegelände. Ministerin Ahnen zeigt sich sehr interessiert.
Nach weiteren Rathaus-Terminen geht es am Abend in die Legiahalle nach Lay, wo wir 115 Sportler/-innen aus Koblenz ehren, die Podestplätze bei deutschen oder internationalen Meisterschaften belegen konnten. Anschließend ehren wir 80 erfolgreiche Stadtsportmeister/-innen. Die Veranstaltung unterstreicht wieder einmal eindrucksvoll die große Bedeutung des Sports in unserer Stadt.

Freitag 12. Februar 2016
Der Tag ist randvoll mit internen Terminen im Rathaus. Am Nachmittag geht es in die Rhein-Mosel-Halle, wo ich die Werkausschusssitzung des Eigenbetriebs Koblenz Touristik leite. Wir haben eine umfangreiche Tagesordnung, so dass wir drei Stunden konferieren und viele wichtige Entscheidungen getroffen haben.

Samstag 13. Februar 2016
Nach der üblichen Aktenarbeit geht es am Spätnachmittag in den Deutschen Kaiser, um mit einem Grußwort am 65. Geburtstag eines Koblenzer Bürgers teil zu nehmen, der zu den verlässlichsten Unterstützern während meiner OB-Wahlkampagne und auch danach zählt.

Sonntag 14. Februar 2016
Nachmittags sind wir im Stadttheater, um die Aufführung von “My Fair Lady” zu erleben. Es handelt sich ja dabei um das klassische Erfolgsmusical, das ich schon sehr häufig gesehen habe; Gleichwohl erstaunlich, wie mitreißend Koblenz das altbekannte Musical mit hoher Qualität, feinsinnig und frisch auf die Bühne gebracht hat.
Ich beeile mich, dass ich anschließend mit der geplanten 45-minütigen Verspätung noch zum Neujahresempfang der CDU ins Autohaus Löhr komme. Nach Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles beim Politischen Aschermittwoch der SPD erlebe ich damit innerhalb einer Woche den zweiten Bundesminister, nämlich den Chef des Bundeskanzleramts Peter Altmaier.
Mir ist es sehr wichtig, den Einladungen verschiedener Parteien zu folgen, wenn sie denn nicht routinemäßig, sondern persönlich adressiert sind. Ich folge damit ganz bewusst meinem Wahlgrundsatz, “Koblenz gemeinsam nach vorn” zu bringen. Und für den Erfolg dieses Projektes ist ein gutes Verhältnis zu den beiden stärksten Stadtrats-Parteien CDU und SPD von großer Bedeutung. In früheren Jahren bin ich auch schon entsprechenden Einladungen zu Neujahresempfängen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der BIZ gefolgt. Ebenso ist es üblich, dass ich als OB auch Einladungen zur Teilnahme an Sitzungen von Stadtratsfraktionen unabhängig von ihrer “politischen Farbe” folge, was in der Vergangenheit neben der SPD auch schon in der CDU, bei den Grünen, der FDP und der FBG erfolgte. Denn Entscheidungen des Stadtrats setzen 29 positive Stimmen voraus, also brauche ich als Vorsitzender und Chef der Verwaltung bei jeder Entscheidung mindestens 28 Stimmen, aus welchem politischen Lager auch immer. Da wir in Koblenz keine Koalition haben, muss der OB – unterstützt von den zuständigen Mitgliedern des Stadtvorstands – je nach Sachverhalt überall um Unterstützung für Verwaltungsvorlagen werben.

Foto: Joachim Hofmann-Göttig

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Zugmarschall Olaf Kullak erläutert im SWR Fernsehen die Absage des Koblenzer Rosenmontagszugs

WB Absage  RoMo

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