01:00 Die letzten Abendnachrichten. Das war der Tag.
 
06:25 Presseübersicht, Frühstück, Joggen, Mails bearbeiten
 
08:00 Unser Nachbar und Gründungsmitglied der mich unterstützenden OB-
Wählerinitiative Heiner Blau ruft an. Er teilt uns mit, dass er nach 47
Jahren Mitgliedschaft in CSU, später CDU, heute aus der CDU ausgetreten
ist.
Er werde dies öffentlich machen und wir könnten es ebenfalls  öffentlich
verwenden.
Was war geschehen?
Er sei zutiefst enttäuscht, so unser Nachbarfreund,  dass man ihn wegen
seiner Mitarbeit in der Wählerinitiative „Wählervereinigung für Koblenz:
Joachim Hofmann-Göttig zum Oberbürgermeister“ als „unsolidarisch“
diffamiere. Dass dies auch noch bei öffentlichen Behörden per Mail
herumgeschickt worden sei, das habe ihn besonders geärgert.
Er habe bei Europa-, Bundestags- und Landstagswahlen stets CDU gewählt.
Er lasse sich bei kommunalen Entscheidungen aber nicht das Recht nehmen,
die seiner Ansicht nach besten Leute zu wählen.
Er sei seit 10 Jahren mit mir nachbarschaftlich verbunden und seit
einigen Jahren auch freundschaftlich. Er halte mich für den richtigen
Oberbürgermeister für Koblenz. Für seine Auffassung einzutreten, das
lasse er sich nicht verbieten. Bei der Urwahl gehe es nun einmal um
Persönlichkeiten.
Ich habe versucht, Heiner Blau von diesem, für ihn sicherlich sehr
schmerzlichen Schritt abzuhalten. Vergeblich.
Ich meine, Jene aus der CDU müssen sich ernsthaft überlegen, was sie
seit einigen Tagen treiben. Heiner Blau ist in Koblenz nicht nur als
aktiver, engagierter Karnevalist, sondern auch in der Sozialpolitik eine
bedeutsame Persönlichkeit.
In meiner, mich unterstützenden Wählerinitiative, sind bald die Hälfte
Menschen, die üblicherweise CDU wählen, aber davon überzeugt sind, dass
sie mich als künftigen Oberbürgermeister für alle Koblenzerinnen und
Koblenzer wollen.
Wollen jene Meinungsmacher der CDU diese Menschen nach und nach
verärgern?
Ich sammle gegenwärtig Unterschriften als „unabhängiger Bewerber“,
nämlich die 230 Unterstützer. Sehr viele haben unterschrieben,
unabhängig von ihrem Parteibuch, unabhängig von ihrer sonstigen Vorliebe
ihrer Stimmabgabe, weil es um Koblenz geht.
Viele Fragen gehen mir durch den Kopf:
Wovor haben Jene der CDU solche Angst, dass sie sich so intensiv mit
meinen Anhängerinnen und Anhängern und mit mir beschäftigen?
Glauben sie, es ließe sich im 21. Jahrhundert noch in einer liberalen
Stadt wie Koblenz mit Einschüchterungen arbeiten? Sind das gar
Entdemokratisierungsabsichten durch Versuche, Bürgerrechte
zurückzuschrauben? Wollen sie noch mehr Politikverdrossenheit
produzieren?
Nicht schön, was sich da tut.
Aber ich bin sicher: Koblenzer Bürgerinnen und Bürger lassen sich nicht
bevormunden, übrigens von keiner politischen Seite.
 
09:00 Treffen mit dem ehemaligen Hauptgeschäftsführer der
Handwerkskammer, Karl-Jürgen Wilbert (CDU, stellvertretender
Vorsitzender der mich unterstützenden Wählerinitiative) in Koblenz.
Ich berichte ihm von Heiner Blau.
Er ist beeindruckt, nicht von seiner Partei, sondern von standfesten
Leuten wie Heiner Blau, wenn er auch – wie ich – den CDU-Parteiaustritt
sehr bedauert.
Wir reden dann über Kulturpolitik, den Grund unseres Treffs.
Karl-Jürgen Wilbert ist ein außerordentlich phantasievoller und
durchsetzungsfähiger Mensch. Er hat in Koblenz viele Projekte
„angeschoben“, wie er das nennt. Zum Beispiel Konzertveranstaltungen,
internationale Ausstellungsprojekte, Literaturveranstaltungen und
Universitätskolloquien. Dies alles mit dem Ziel, Koblenz als Lebens- und
Wirtschaftsraum attraktiver zu machen.
Wir sprechen darüber, wie solche Events verstetigt werden könnten.
 
10:30 Gespräch mit Herbert Grohe in der Hauptgeschäftsstelle der Debeka.
Er ist Vorsitzender des Freundeskreises der Rheinischen Philharmonie.
Wir erörtern strategische Fragen der mittelfristigen Absicherung der
finanziellen Zukunft des Staatsorchesters. Es ist ein gutes,
vertrauensvolles Gespräch.
 
12:30 Ich habe liebe Gäste aus dem Berufsumfeld zum Mittagessen zu Hause
und wir führen intensive, freundschaftliche Gespräche.
 
14:20 Vor dem Koblenzer Rathaus zeichnet TV-Mittelrhein ein Statement
von mir auf, in dem ich die, von CDU-Landeschef Baldauf versuchten
Angriffe vom Samstag zurecht rücke, wie ich dies tags zuvor im Tagebuch
hier auf meiner Homepage bereits gemacht habe.
 
14:30 Gespräch mit dem Fachbeirat für Naturschutz der Stadt Koblenz. Es
geht um den Erhalt von Grünflächen in unserer Stadt, die Rheinanlagen,
die Plätze. Es geht insbesondere um den Zentralplatz. Fragen, die mich
als Welterbebeauftragten der Landesregierung und als Koblenzer Bürger
besonders interessieren. Wir sind uns einig, dass unsere Bäume als Lunge
der Läufer und als ökologisches Gleichgewicht zur Architektur unserer
Stadt entscheidend sind, damit auch für die wirtschaftliche Zukunft.
Es war ein gutes Gespräch zum gegenseitigen Kennen lernen.
 
16:00 Fahrt nach Boppard, unterwegs Ministeriumsakten und ein Telefonat
mit der Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Diekmann. Wir vereinbaren eine
engere Zusammenarbeit zwischen Bonn und unserem Arp Museum Bahnhof
Rolandseck, dessen Stiftungsvorsitzender ich bin. Wir wollen uns im
Sommer treffen, um das näher zu besprechen.
 
16:30 Gespräch mit dem Stadtbürgermeister Dr. Walter Bersch. Im
Mittelpunkt des Gesprächs steht das Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal
und die Zusammenarbeit mit der Initiative Mittelrhein.
 
18:00 Zurück in Koblenz, Aktenarbeit und die Bearbeitung von über 50,
inzwischen eingegangenen, beruflichen E-Mails. Wie gut, dass soviel
heute elektronisch geht und nicht mit Papierbergen, die Hin und Her zu
schleppen sind. Ich schreibe so dann dies Tagebuch und weitere Texte zur
Vorbereitung von Reinschriften. Und dann sind auch mal private
Postbearbeitung dran, Rechnungsüberweisungen usw., wozu ich selten
komme.
 
23:00 Feierabend.

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